Historisches Flachglas

Wir sammeln historisches Zylinder- und Ziehglas für unsere Kunden und haben permanent
ca. 100 historische Flachglastafeln verschiedener Dimensionen gelagert.


Gerne beantworten wir Ihre Fragen zu unserem Glasangebot oder vereinbaren einen Besichtigungstermin: tel +43 (0) 676 945 36 30
mail office@historische-bauelemente.at

Historisches Flachglas ist eine wichtige, aber leider immer noch oft vernachlässigte
Komponente bei der Renovierung / Restaurierung von historischen Fenstern,
Vitrinenmöbeln und Grafik-Bilderrahmen.

Wenn man allerdings die Wirkungsweise von neuem und alten Glas in einem historischen
Umfeld vergleicht, erkennt man sehr schnell, dass das moderne, vollkommen makellose Glas
hart, steril und fehl am Platz ist.

Fotografisch lässt sich die Oberfläche der Glastafeln nur schwer wiedergeben. Sie fällt hauptsächlich bei Bewegung auf. Hier trotzdem ein Versuch.
     
 
     
links eine Spiegelung auf einem historischen Zylinderglas, zum Vergleich rechts ein modernes Float-Glas.  

Blick durch ein Ziehglas. Man erkennt die senkrechten Schlieren.



 

Zylinderglas, Ziehglas, Float-Glas

Zylinderglas
Auch Streckglas, Tafelglas
 
   

Zeitraum der Verwendung

Seit dem frühen Mittelalter bekannt.
Im 18.Jhdt verdrängte das Zylinderglas die Butzen- und
Mondglasscheiben zunehmend und wurde bis in die 20er-Jahre des 20.Jhdts verwendet.
 
 
   
Merkmale Sowohl horizontal als auch vertikal wellige Oberfläche.
Vereinzelt kleine Bläschen im Glas
 
   
Herstellung

Glas wurde bei 1400 Grad Celsius 18 Stunden land geschmolzen.
Mit einer Glasmacherpfeife wurde Glas entnommen und ein
Kolben geblasen. Durch erneutes Erwärmen, Blasen und
Schwenken wurde ein Glaszylinder von ca. 25 kg Gewicht, bis
zu 30cm Durchmesser und über 1m Länge erzeugt.
Unter ständigem Erwärmen wurde das Ende des
Glaszylinders geöffnet und der Zylinder mit einer Schere
der Länge nach aufgeschnitten. Nun konnte der aufgeschnittene
Glaszylinder aufgebogen und mit einem Polierholz geglättet
werden. Die so entstandene Glastafel musste letztlich im
Kühlofen langsam abkühlen, weil es bei zu schnellem Abkühlen
zersprungen wäre

 
 
 
 
 
 
 
 
   
Ziehglas  
   
Zeitraum der Verwendung Ab 1917 kontinuierliche Glasproduktion,
z.B. in Deutschland ab 1925 bis in die 1950er Jahre
 
   
Merkmal Leichte vertikale Wellen
   
Herstellung 1901 ließ sich Emile Fourcault ein Verfahren patentieren, bei
dem flüssiges Glas senkrecht durch eine Düse quillt und durch
wassergekühlte Walzen in Form gebracht wird. Die
Fortentwicklung durch das Colburnsche Ziehverfahren
ermöglichte ab 1917 eine kontinuierliche Glasproduktion.
 
 
 
 
   
Float-Glas  
   
Zeitraum der Verwendung Ab 1952 bis heute
   
Merkmal Absolut glatte Oberfläche
   
Herstellung Beim heutigen Float-Glas-Verfahren wird das flüssige Glas auf
ein Bett aus geschmolzenem Zinn geleitet und schwimmt (floatet)
dabei auf den Zinn. Damit das Zinn nicht oxidiert, wird ein
Schutzgas verwendet